Wozu überhaupt Ernährungsberatung ?

„Früher bekamen die Hunde und Katzen das, was vom Tisch übrig blieb….“ Warum also diesen ganzen Aufwand betreiben ? Außerdem ist es in unserer hektischen und schnelllebigen Zeit einfacher, Trockenfutter oder Nassfutter in den Napf zu füllen….schnell, einfach, unkompliziert.

Richtig !  Für uns Menschen ist es auch bequemer, diverse Fastfood-Ketten aufzusuchen, aber tut es uns gut ? Es gibt immer mehr Zivilisationskrankheiten, beim Mensch ebenso wie beim Tier. Oftmals ist eine schlechte oder falsche Ernährung sogar der Auslöser für Krankheiten. Der altbekannte Spruch „Du bist, was du isst!“ ist das beste Beispiel dafür, dass unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit von unserer Ernährung abhängt.

Jedes Lebewesen hat ein Recht auf frische, artgerechte und gesunde Nahrung !

Aufgabe der Ernährungsberatung ist es, einen individuell auf das Tier abgestimmten Ernährungsplan zu erstellen, Prophylaxe zu betreiben (z.B. Vermeidung von Parasitenbefall) und unterstützende Maßnahmen bei bestehenden Erkrankungen zu empfehlen. Gelenkerkrankungen, Probleme mit Magen/Darm, Herz, Nieren, Leber und Bauchspeicheldrüse, Krebs, Diabetes, Allergien und Futtermittelunverträglichkeiten……die Ernährungsberatung kann hier unterstützend zur Seite stehen, aber NICHT den Gang zum Tierarzt oder zum Tierheilpraktiker ersetzen !

Was ist BARF ?

Biologisch artgerechtes rohes Futter. Um die Ernährung des Hundes/der Katze so natürlich wie möglich zu gestalten, wird ein in der Natur gefangenes Beutetier „nachgebastelt“, d.h. bei einem BARF-Futterplan orientiert man sich an alle im Beutetier vorhandenen Komponenten (Fleisch, Innereien, Knochen, Fett). Da nicht komplette Tiere verfüttert werden, muss der Futterplan noch zusätzlich mit Obst/Gemüse und evtl. einem kleinen Teil an Kohlenhydraten angereichert werden.

Ergänzt wird die Ration mit notwendigen Zusätzen wie Öl (z.B. ein Omega 3-6-9 Öl, hier soll ein Mangel an Fettsäuren im Industriefleisch ausgeglichen werden) und Seealgen (diese dienen der Jodversorgung). Optionale Zusätze sind z.B. Kräuter, Nüsse und Samen.

Eine artgerechte Ernährung hat viele Vorteile:

  • ein stärkeres Immunsystem
  • geringeren Kotabsatz
  • individuelles Futter auf das Tier abgestimmt
  • kein Zahnstein und kein Hundegeruch
  • Freude am Fressen….

Nachteile gibt es allerdings auch:

  • die Zusammenstellung einer Ration ist natürlich zeitaufwändiger, als das Öffnen einer Dose oder einer Trockenfutterverpackung
  • ein Teil Ihres Kühlschrankes/Ihrer Gefriertruhe wird in Zukunft von Ihrem Tier in Anspruch genommen 😉

Was ist eine Rationsüberprüfung ?

Bei einer Rationsüberprüfung kann festgestellt werden, ob das momentan verfütterte Futter für das Tier ausgewogen ist. Mit dieser Überprüfung können Fütterungsfehler erkannt und entsprechend ausgeglichen werden. Eine langfristige Fehlversorgung soll dadurch vermieden werden.

Was ist eine Ausschlussdiät ?

Ziel einer Ausschlussdiät ist es, festzustellen, was das Tier verträgt und was nicht. Unumgänglich ist hierbei das führen eines Futtertagebuches ! Am Anfang muss eine Fleischsorte gewählt werden, die das Tier bisher noch nicht kennt (häufig wird Pferd oder Kaninchen gewählt). Über einen gewissen Zeitraum (mind. 8 Wochen) bekommt das Tier NUR DIESE Fleischquelle (Fleisch, Innereien, Knochen, Fett). Hier muss der Tierbesitzer sehr konsequent sein: es gibt keine Leckerlies, kein Obst oder Gemüse, keine Kräuter oder Zusätze, kein Käsewürfel vom Frühstückstisch 😉

Nach den 8 Wochen wird eine weitere Komponente dem Fleisch zugeführt (z.B. Karotten). Diese Kombination wird für zwei Wochen so gefüttert. So werden nach und nach weitere Zutaten eingeführt und getestet. WICHTIG: es muss alles genau aufgeschrieben werden, am besten man legt eine Positiv/Negativ Liste an.